Leben, Arbeiten & Zufriedenheit

Neulich bin ich auf eine Manufaktur aufmerksam geworden, die Boote in Dresden baut. Ich laß einen Testbericht in der Zeitschrift Bootshandel aktuell über ein Boot und rieb mir die Augen. Es sah nicht nur wirklich stylisch aus, sondern war designt und hergestellt in meiner Heimatstadt. Da in Dresden zwar viele mit Wassersport zu tun haben, aber gescheite Gebiete schon ein paar Autominuten entfert sind, war ich sehr sehr neugierig was es mit dieser Manufaktur aus sich hatte. Der Autor behauptete, das Boot wird in Dresden gebaut und konstruiert. Ein paar Seiten später sah ich sogar eine Werbeanzeige der Schaaf Bootsmanufaktur in Dresden. Faszinierend! Grund genug mir das genauer anzusehen. So fuhr ich auf die Königsbrücker Strasse in das Gewerbegebiet. Ein wenig unscheinbar vor einer Halle stand das Tender 31. Ich wollte gerade ein Foto machen, da sprach mich ein Mann an. Er war/ist der Schweißer dieses 3-Mann-Betriebes. Wir unterhielten uns über seine Arbeit und wie auch er mit riesigen Zufall zu diesem Traumjob (wie er fand und ich übrigens auch) kam. Er bereiste schon etliche Länder, arbeite 12 bis 13 Stunden Schichten als Schweißer und so weiter. Nun hat er sein Traumberuf gefunden und hofft, dass sich die Manufaktur halten kann. Warum erzähle ich das? Nun, als ich nach dieser Begegnung nach Hause gefahren bin und mir noch seine Worte durch den Kopf gingen, lieber einen Job der dir Spaß macht, als Malochen bis zum umfallen. Scheiß auf das Mehr an Geld. Es ist nicht zu verachten, auf jeden fall, aber zu viel Bedeutung sollte es nicht einnehmen. Ich war ein wenig neidisch, auf seine Ausgeglichenheit und gleichzeitig verspürte ich ein wenig Hoffnung, bzw. den Zauber, dass Jeder seinen Weg finden wird. Ich weiß auch nicht, aber ich hatte das Gefühl in einer völlig anderen (Arbeits)Welt gewesen zu sein. Die, der Freiheit, Ideen umzusetzen und sich durch Freude und Spaß an der Sache für etwas einzusetzen, was man gut kann, was man liebt. Das fand ich beeindruckend. Aber im Leben gibt es halt so viele Zufälle, die einem auf die absurdesten Wege bringen, dass eigentlich keiner weiß, wo er am ende raus kommen mag. Schon der Schriftsteller und Journalist Tiziano Terzani meinte in seinem letzten Buch, zurückblickend auf sein Leben, einen roten Faden zu erkennen, den er erst am Ende seines Lebens erkennen konnte. Ich werde diese Manufaktur immer mal wieder besuchen, um die Entwicklungsstufen sehen zu können. Bootsbauer werden war in der 10. Klasse übrigens eine Variante, die ich aufgrund der Perspektive nie wirklich verfolgt habe... Schade eigentlich...